Erfahrungsbericht
Wie ich meine Firma mit WhyVault führe.
Ich baue mehrere Projekte nebeneinander, meist allein, immer mit KI. Hier zeige ich dir, wie mein Vault aufgebaut ist, wie Entscheidungen hineinkommen und warum meine Agenten mich kaum noch fragen, worum es eigentlich geht.
Von Kilian, Gründer von WhyVaultLesezeit: 9 MinutenStand:
01
Warum ein Gründer ein Betriebssystem braucht, das KI lesen kann
Wenn du allein oder zu zweit gründest, steckt die Firma in deinem Kopf. Warum der Preis so ist, wie er ist. Was du beim letzten Kundengespräch gelernt hast. Welches Nebenprojekt eigentlich schon tot ist. Das geht gut, bis du drei Dinge gleichzeitig baust.
Dann kommt die KI dazu. Claude hilft beim Denken, Claude Code schreibt Code, ChatGPT macht den Rest. Jeder davon ist schlau – und jeder fängt bei null an. Ich habe monatelang dieselben Absätze in Chats kopiert: wer ich bin, was WhyVault ist, was wir schon entschieden haben.
Ein Company OS ist für mich deshalb nichts Großes. Es ist ein Ordner mit Markdown, der die Firma so beschreibt, dass ein neuer Mensch – oder ein Agent – nach fünf Minuten mitreden kann. Wissensmanagement, aber für eine Person mit vielen Helfern. Mein zweites Gehirn, das nicht nur mir gehört, sondern jedem Agenten offensteht, dem ich es erlaube.
02
Die eine Regel: Das Vault beantwortet warum
Alles andere folgt aus diesem Satz. Das Vault beantwortet warum, das Aufgaben-Tool beantwortet, was als Nächstes kommt.
| – | Vault | Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues) |
|---|---|---|
| Beantwortet | Warum machen wir das so? | Was ist als Nächstes dran, und wer macht es? |
| Beispiel | „Wir bauen kein Löschen per MCP, weil Vertrauen das Produkt ist.“ | „Papierkorb in der App fertigstellen, bis Freitag.“ |
| Lebensdauer | Jahre | Bis es erledigt ist |
| Wenn es fertig ist | Bleibt stehen, damit du es später verstehst | Wird geschlossen und vergessen |
| Wer schreibt | Ich und meine Agenten | Ich, meine Agenten, später vielleicht ein Team |
- Beantwortet
- VaultWarum machen wir das so?
- Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues)Was ist als Nächstes dran, und wer macht es?
- Beispiel
- Vault„Wir bauen kein Löschen per MCP, weil Vertrauen das Produkt ist.“
- Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues)„Papierkorb in der App fertigstellen, bis Freitag.“
- Lebensdauer
- VaultJahre
- Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues)Bis es erledigt ist
- Wenn es fertig ist
- VaultBleibt stehen, damit du es später verstehst
- Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues)Wird geschlossen und vergessen
- Wer schreibt
- VaultIch und meine Agenten
- Aufgaben-Tool (bei mir: GitHub-Issues)Ich, meine Agenten, später vielleicht ein Team
Mein Test für jede Notiz: Hat es einen Verantwortlichen und ein Datum? Dann ist es eine Aufgabe. Muss es in sechs Monaten noch jemand verstehen? Dann gehört es ins Vault. Wenn beides in einem Tool liegt, pflegst du am Ende zwei Wahrheiten – und die schlechtere gewinnt.
03
So sieht mein Vault aus
Das ist die WhyVault-Vorlage, so wie ich sie selbst benutze. Jedes Projekt ist ein Raum, und jeder Raum fängt mit genau einer Datei an.
0_Eingang/
1_Wissen/
Personen/ Software/ Leitlinien/ …
2_Kalender/
Rückblicke/
3_Räume/
Ventures/
WhyVault/
00 Übersicht – WhyVault.md
01 Entscheidungen/
03 Wissen/
05 Posts/
<Nebenprojekt>/
00 Übersicht – <Nebenprojekt>.md
_Abgeschlossen/
8_Anhänge/
9_System/
Identität/
USER.md SOUL.md IDENTITY.md CONTEXTS.md
Vorlagen/3_Räume/Ventures/- Ein Ordner pro Projekt. WhyVault ist groß geworden und hat Unterordner, ein frisches Nebenprojekt hat nur seine Übersicht. Ordner entstehen erst, wenn ich sie brauche.
01 Entscheidungen/- Jede Entscheidung mit Gewicht als eigene Notiz, aus einer Vorlage. Das ist mein Decision Log.
05 Posts/- Entwürfe für LinkedIn und Reddit, die ein Agent aus den Notizen im Raum schreibt. Ich überarbeite und poste selbst.
9_System/Identität/USER.mdsagt, wer ich bin,SOUL.md, wie ich klinge,IDENTITY.md, welche Rolle der Assistent spielt.CONTEXTS.mdbeschreibt jede Welt unter3_Räume: was sie ist, wo die Aufgaben liegen, woran ich Erfolg messe, wer entscheidet. Geschrieben habe ich sie nicht von Hand, sondern in einem Interview mit Claude._Abgeschlossen/- Der einzige Status, den ein Raum hat, ist sein Ort. Fertig heißt: verschoben, nicht gelöscht.
# Übersicht – WhyVault## ZweckEin gehostetes Markdown-Vault, das jeder KI-Agent lesen und schreiben kann. Erst für mich, dann für alle, die mit mehreren Agenten arbeiten.## Grenzen- Keine Teams, kein eigener KI-Chat.- Aufgaben stehen in den GitHub-Issues, nicht hier.## Wer entscheidet was- Produkt, Preis, Positionierung: ich.- Agenten schlagen vor und schreiben Entwürfe. Sie entscheiden nichts.## Spielregeln| Meilenstein | Weiter, wenn | Abbruch, wenn || --- | --- | --- || Nach 6 Wochenenden | ich nutze es täglich selbst | ich nutze es selbst nicht || Landingpage, 4 Wochen | ≥ 150 auf der Warteliste | < 50 auf der Warteliste |## Zeitleiste- Erste Version, nur für mich- [[Kein Löschen per MCP]]## Offene Fragen- Welche Vorlagen brauchen Leute außer PARA?
04
Die Übersicht: eine Seite, die jeder Agent zuerst liest
So ungefähr sieht die Übersicht von WhyVault aus. Kurz, ehrlich, ohne Aufgaben.
Zweck und Grenzen zuerst. Ein Agent, der weiß, was das Projekt nicht ist, schlägt weniger Unsinn vor.
Wer entscheidet was klingt bei einer Ein-Personen-Firma albern. Es ist aber genau die Zeile, die einen Agenten davon abhält, Entscheidungen einfach zu treffen.
Die Spielregeln mit Abbruchkriterien stehen hier, nicht in meinem Kopf. So kennt jeder Agent die Regeln des Spiels.
Die Zeitleiste verlinkt auf Entscheidungen. Sie ist das Inhaltsverzeichnis des Raums.
05
Wie eine Entscheidung ins Vault kommt
Die meisten Entscheidungen fallen mitten in der Arbeit. Bei mir oft in Claude Code, im Repo, zwischen zwei Commits:
Du: Wir bleiben dabei: Agenten dürfen per MCP nichts löschen. Schreib das als Entscheidung in den WhyVault-Raum – mit dem, was wir angenommen haben.
- Werkzeug: vault_overview
Claude Code: Ich habe die Übersicht und die Vorlage für Entscheidungen gelesen. Im Raum gibt es noch keine Entscheidungen, ich lege die erste unter `01 Entscheidungen/` an.
- Werkzeug: create_note · „Kein Löschen per MCP“
Claude Code: Angelegt, mit drei Optionen, Begründung und Annahmen. Die wichtigste Annahme: Ein Fehler beim Löschen fällt oft erst Tage später auf.
Du: Trag es in die Zeitleiste ein. Und die Umsetzung?
- Werkzeug: update_section · „Zeitleiste“
Claude Code: Die Zeitleiste hat eine neue Zeile mit Link. Die Umsetzung habe ich als GitHub-Issue angelegt – die gehört nicht ins Vault.
# Kein Löschen per MCP## FrageDürfen Agenten Notizen über MCP löschen?## Optionen| Option | Dafür | Dagegen || --- | --- | --- || Löschen erlauben, mit Papierkorb | Agenten können aufräumen | Fehler fallen spät auf || Löschen nach Rückfrage | Ich bleibe im Spiel | Rückfragen werden weggeklickt || Kein Löschen per MCP | Nichts geht verloren | Aufräumen bleibt Handarbeit |## EntscheidungKein Löschen per MCP. Löschen geht nur in der App.## BegründungWer einen Agenten schreiben lässt, muss sicher sein, dass nichts verschwindet. Vertrauen ist das Produkt.## Was wir angenommen haben- Agenten verwechseln manchmal Notizen mit ähnlichem Titel.- Aufräumen ist selten und kann warten.- Leuten ist Sicherheit wichtiger als Bequemlichkeit.## Folgen- Es gibt kein MCP-Werkzeug zum Löschen.- Fertige Räume verschiebe ich selbst.
06
Entscheidungen dokumentieren: meine Vorlage
Heraus kommt eine Notiz, die ich auch in einem Jahr noch verstehe. Mehr dazu im Guide zum Decision Log.
Optionen als Tabelle zwingen mich, auch die Wege aufzuschreiben, die ich nicht gehe. Genau die vergesse ich sonst zuerst.
Was wir angenommen haben ist der wichtigste Abschnitt. Wenn eine Annahme kippt, weiß ich, welche Entscheidung ich neu treffen muss.
Folgen macht aus einer Meinung eine Regel, an die sich auch die Agenten halten.
07
Meine Agenten und ihre Jobs
Kein Agent weiß mehr als die anderen. Alle lesen dasselbe Vault – das ist der ganze Trick. Wie du sie verbindest, steht in den Anleitungen.
Claude im Browser & auf dem Handy
Mein Denkpartner. Hier sortiere ich Ideen, bereite Gespräche vor und lasse mir aus der Notiz „Positionierung & Botschaft“ LinkedIn-Entwürfe in meinem Ton schreiben. Sie landen in
05 Posts/.Claude Code im Repo
Schreibt Code – und schreibt zurück, warum. Entscheidungen und Positionierung landen im Raum. Aus der
VISION.mdim Repo hat Claude Code zum Beispiel die Notiz „Positionierung & Botschaft“ verdichtet. EinrichtungChatGPT
Für alles andere: eine zweite Meinung, schnelle Texte, ein anderer Blick auf dieselben Notizen. ChatGPT für Unternehmen heißt bei mir: dasselbe Wissen, ein anderes Werkzeug.
Rechte pro Verbindung
Jede Verbindung lässt sich jederzeit widerrufen, Zugangsschlüssel auch auf „nur lesen“ stellen. Jede Änderung steht mit dem Namen des Agenten im Verlauf und lässt sich zurücknehmen. Löschen kann kein Agent. Mehr dazu
08
Der Wochenrückblick in 15 Minuten
Freitags, mit Kaffee. Das Ergebnis landet in 2_Kalender/Rückblicke/. Wenn ich es eilig habe, lasse ich Claude vorher die Zeitleisten der aktiven Räume lesen und einen Entwurf machen.
0_Eingangleeren: Jede Notiz bekommt einen Raum, wandert nach1_Wissenoder fliegt raus.- Die Zeitleisten der aktiven Räume ergänzen: Was ist diese Woche passiert, welche Entscheidung ist gefallen?
- Fertige Räume nach
_Abgeschlossen/verschieben. - Was ist wirklich passiert? Nicht, was ich geplant hatte.
- Was habe ich gelernt?
- Was mache ich nächste Woche anders?
- Wo hing ich fest? Das ist meistens die ehrlichste Zeile.
09
Nebenprojekte mit Ablaufdatum
Gründer sterben selten an zu wenig Ideen. Eher an zu vielen, die nie enden. Deshalb bekommt bei mir jedes Nebenprojekt vor dem Start ein Zeitlimit und ein Abbruchkriterium. Zum Beispiel: „Nach sechs Wochenenden: Nutze ich es selbst jeden Tag?“ Oder: „Landingpage, vier Wochen: mindestens 150 Anmeldungen auf der Warteliste. Unter 50 höre ich auf.“
Das Wichtige ist nicht die Zahl, sondern der Zeitpunkt. Vorher bin ich ehrlich. Nachher bin ich verliebt. Weil die Regeln in der Übersicht des Raums stehen, kennt sie auch jeder Agent – und kann mich daran erinnern, wenn ich in Woche acht noch an der Landingpage schraube.
Und wenn ein Projekt weitergeht, nur nicht mit mir? Dann hilft die Grenzregel: Räume verlinken nur auf 1_Wissen, nie auf andere Räume. Ich schreibe eine 99 Übergabe – <Raum>.md und gebe den Ordner weiter. Er ist vollständig, weil er nie von anderen Räumen abhing.
Meine Aufgabenliste sagt mir, was ich tue. Mein Vault sagt mir, warum.
?
Häufige Fragen
Warum stehen keine Aufgaben im Vault?
Weil Aufgaben schnell alt werden und Begründungen nicht. Ein Vault voller erledigter To-dos ist schwer zu lesen, für dich und für jeden Agenten. Aufgaben gehören in ein Tool, das sie schließen kann – bei mir sind das GitHub-Issues.
Lohnt sich das auch mit nur einem Projekt?
Ja. Du fängst mit einem Raum und einer Übersicht an. Der Nutzen kommt mit der ersten Entscheidung, die du nach drei Monaten nicht mehr erklären musst.
Welche KI-Agenten kann ich verbinden?
Alle, die MCP sprechen: Claude im Browser, am Desktop und auf dem Handy, Claude Code, ChatGPT, Cursor und viele andere. Alle nutzen dieselbe Adresse und lesen dasselbe Vault. Alle Anleitungen
Was, wenn ein Agent Unsinn schreibt?
Jede Änderung ist eine Version mit dem Namen des Agenten, und du machst sie mit einem Klick rückgängig. Löschen geht per MCP gar nicht, und jede Verbindung kannst du auf Nur-Lesen stellen. Verlauf und Rechte
Kann mein Team mitarbeiten?
Nein, WhyVault ist heute für eine Person gebaut. Was geht: einen Raum als Ordner übergeben oder das Vault als Zip exportieren. Der Export öffnet sich direkt als Obsidian-Vault.
Was kostet das?
Bis 20 Notizen ist WhyVault kostenlos, ohne Kreditkarte. Pro kostet 9,99 € im Monat oder 99 € im Jahr und hat keine Grenze. Preise
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Fang mit einem Raum an.
Leg dein Vault mit der WhyVault-Vorlage an, schreib die erste Übersicht und verbinde Claude. Kostenlos, ohne Kreditkarte.